PM 18.06.2026 zum Thema „Psychische Gesundheit von Kindern: bkj und KiKA im fachlichen Austausch“
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Psychische Gesundheit von Kindern: bkj und KiKA im fachlichen Austausch
Wiesbaden, 18. Juni 2026. Die Delegiertenversammlung des Bundesverbandes für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie e. V. (bkj) fand am 13. Juni 2026 in Erfurt statt. Vertreter*innen des Bundesvorstands und der Landesgruppen diskutierten aktuelle fachliche, berufspolitische und verbandliche Entwicklungen. Dabei standen auch die gegenwärtigen Honorarkürzungen in der Psychotherapie sowie weitere geplante Eingriffe in die psychotherapeutische Versorgung im Fokus.
Ein inhaltlicher Schwerpunkt war der Austausch mit Vertreter*innen des in Erfurt ansässigen Kinderkanals von ARD und ZDF (KiKA). Im Mittelpunkt standen die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen sowie die Rolle öffentlich-rechtlicher Kindermedien bei Prävention, Aufklärung und Medienbildung.
Miriam Steinhoff, Redakteurin für Preteens-Formate, und Matthias Franzmann, verantwortlich für den Vorschulbereich, stellten aktuelle nonfiktionale Angebote für Kinder im Alter von drei bis 13 Jahren vor.
Diskutiert wurde unter anderem, wie bereits Vorschulkinder altersgerecht an Themen wie Gefühle und Emotionsregulation herangeführt werden können. Kurze Szenen mit Identifikationsfiguren wie dem „Kikaninchen“ vermitteln Kindern, dass auch intensive Gefühle zum Alltag gehören und in einem unterstützenden familiären Umfeld bewältigt werden können. Vorgestellt wurden zudem Formate für Preteens, die emotionale Herausforderungen aufgreifen und Kinder dazu ermutigen, sich vertrauensvoll an Bezugspersonen zu wenden.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Nutzung sozialer Medien durch Kinder und Jugendliche – ein Thema, das sowohl fachlich als auch gesellschaftlich intensiv diskutiert wird. Im Austausch wurde erörtert, welchen Beitrag öffentlich-rechtliche Medien zur Förderung von Medienkompetenz leisten können. Besonders hervorgehoben wurde der partizipative Ansatz des KiKA, Kinder und Jugendliche aktiv in die Auseinandersetzung mit diesen Themen einzubeziehen.
„Psychische Erkrankungen betreffen weiterhin viele Kinder und Jugendliche. Häufig ist eine psychotherapeutische Behandlung erforderlich“, erläuterte Stephan Osten, stellv. Vorsitzender des bkj. „Gespräche mit vertrauten Personen sind wichtig, reichen jedoch nicht immer aus – insbesondere dann, wenn Kinder sozial isoliert sind oder sich zunehmend zurückziehen. Psychotherapie sollte daher auch in den Medien stärker sichtbar werden, um Kindern, Jugendlichen und Eltern den Zugang zu professioneller Hilfe zu erleichtern.“
Dr. Inés Brock-Harder, Vorsitzende des bkj, ergänzte: „Gleichzeitig teilen wir die Grundhaltung der KiKA-Redaktionen, in ihren Formaten vor allem auf Prävention und die emotionale Stärkung von Kindern zu setzen. Ansätze wie ‚Kids for Kids‘ können hierzu einen wichtigen Beitrag leisten.“
Gemeinsam wurden Möglichkeiten erörtert, wie öffentlich-rechtliche Kindermedien zur Prävention psychischer Belastungen beitragen, die Akzeptanz psychotherapeutischer Unterstützung fördern und Kinder altersgerecht für Fragen der mentalen Gesundheit sensibilisieren können. Beide Seiten vereinbarten, den begonnenen Dialog fortzusetzen und mögliche Kooperationsformen weiter auszuloten.
Nach aktuellen Evaluationen erreicht der KiKA zunehmend auch Kinder aus bildungsbenachteiligten Familien. Dies unterstreicht den öffentlichen Auftrag des Senders und die Wirksamkeit seiner niedrigschwelligen Ansprache. Gleichzeitig wurde festgestellt, dass sich die Angebote für Eltern in den vergangenen Jahren verringert haben.
Darüber hinaus wurden die Planungen für den Fachtag „Faszination Handy“ vorgestellt, der im April 2027 in Halle (Saale) stattfinden wird. Die Veranstaltung widmet sich den Chancen und Herausforderungen digitaler Medien für Kinder und Jugendliche.
Für Rückfragen:
Dr. Inés Brock-Harder Stephan Osten, M.Sc.Psych.
brock-harder@bkj-ev.de osten@bkj-ev.de