PM 01.06.2026 zum Thema „Internationaler Kindertag 2026: Kinderrechte stärken statt Versorgung kürzen“
Internationaler Kindertag 2026: Kinderrechte stärken statt Versorgung kürzen
Wiesbaden, 01. Juni 2026 – Zum Internationalen Kindertag warnt der Bundesverband für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie e. V. (bkj) eindringlich vor einem politischen Rückschritt in der Versorgung psychisch belasteter Kinder und Jugendlicher. Während die psychischen Belastungen junger Menschen seit Jahren steigen, werden gleichzeitig die Hilfesysteme geschwächt, Leistungen gekürzt und die ambulante psychotherapeutische Versorgung zunehmend unter Druck gesetzt.
Der bkj kritisiert die Kürzungen in der Kinder- und Jugendhilfe ebenso wie die aktuellen Honorarkürzungen in der Psychotherapie scharf. Besonders alarmierend ist aus Sicht des Verbandes die geplante Rückführung psychotherapeutischer Leistungen in die morbiditätsbedingte Gesamtvergütung (MGV). Diese Pläne bedrohen die Versorgungssicherheit unmittelbar und gefährden langfristig den Zugang von Kindern und Jugendlichen zu notwendiger psychotherapeutischer Behandlung.
„Kinderrechte dürfen nicht dort aufhören, wo Versorgung Geld kostet. Wer am Kindertag von Schutz, Teilhabe und Zukunftschancen spricht, darf nicht gleichzeitig die Versorgung psychisch erkrankter Kinder und Jugendlicher kaputtsparen“, erklärt Stephan Osten, stellv. Vorsitzender des bkj.
Schon heute warten viele junge Menschen monatelang auf einen Therapieplatz. Gleichzeitig fehlt weiterhin eine bedarfsgerechte Planung der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie. Der bkj fordert deshalb erneut eine grundlegende Reform der Bedarfsplanung – eine Forderung, die von zahlreichen Fachverbänden, Institutionen und inzwischen auch Politiker*innen unterstützt wird.
Der Verband unterstützt außerdem die Petition 196912 „Sicherstellung der ambulanten psychotherapeutischen Versorgung durch angemessene Vergütung“, über die der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages voraussichtlich am 08.06.2026 berät. Die Petition kann noch bis zum 09.06.2026 mitgezeichnet werden.
https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2026/_03/_22/Petition_196912.html
„Es ist ein fatales Signal, wenn ausgerechnet in einer Zeit wachsender psychischer Belastungen die ambulante Versorgung destabilisiert wird. Psychotherapie ist keine Luxusleistung. Sie schützt Entwicklung, Bildungschancen und gesellschaftliche Teilhabe“, so Stephan Osten weiter.
Um den Protest gegen Kürzungen und Fehlentwicklungen in der Versorgung sichtbar zu machen, beteiligt sich der bkj (im Verbund GEMEINSAM GEGEN KÜRZUNGEN IN DER PSYCHOTHERAPIE) an der Demonstration am 08.06.2026 ab 11:00 Uhr in der Paul-Löbe-Allee in Berlin.
Der bkj fordert die politisch Verantwortlichen auf, endlich konsequent im Interesse von Kindern und Jugendlichen zu handeln: keine weiteren Kürzungen, keine Budgetierung psychotherapeutischer Leistungen und keine Versorgungspolitik zulasten junger Menschen.
Wer Kinderrechte ernst meint, muss auch die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen konsequent schützen.
Für Rückfragen:
Stephan Osten
osten@bkj-ev.de