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PM 09.04.2026 zum Internationalen Tag der Geschwister am 10. April

PM_20260409_zum internationalen Tag des Geschwisterkindes

Zahlreiche Studien bestätigen seit vielen Jahren, dass das Existenzminimum insbesondere in Familien mit mehreren Kindern nicht gesichert ist. Kinder aus Mehrkindfamilien haben dann zusätzlich ein erhöhtes Risiko für chronische Stressbelastung, emotionale Probleme und für psychische Störungen. Die Schere zwischen sozioökonomischen Verhältnissen in Familien hat sich insbesondere seit der Zeit der Pandemie weiter auseinanderentwickelt, was für immer mehr Familien bedeutet, weniger finanzielle Ressourcen zu haben.

Kinder, die Geschwister haben, erleben viele innerpsychische Bereicherungen, wie z. B. soziale Kompetenzen, Nachahmungslernen und emotionale Verbindungen jenseits der Eltern-Kind-Beziehung in der Familie. Geschwisterbeziehungen sind eine Ressource, können unter Lebensbedingungen mit Stress und Ressourcenknappheit jedoch auch konflikthaft sein oder zusätzliche Belastungen erzeugen. Gleichzeitig sind in diesen Familien die finanziellen Herausforderungen am größten. Dies muss die Gesamtgesellschaft endlich wahrnehmen und wertschätzen, denn „die finanzielle Belastung wirkt sich nicht nur direkt, sondern auch über erhöhte elterliche Stressbelastung und eingeschränkte Ressourcen für Beziehungsgestaltung auf die psychische Entwicklung von Kindern aus (vgl. Family Stress Model)“, fasst Stephan Osten, stellv. Vorsitzender des bkj, zusammen.

Viele Paare, die eigentlich mehrere Kinder haben wollen, stellen diesen Wunsch aus ökonomischen Gründen zurück. Auch ist bekannt, dass die demographische Schieflage in Deutschland weniger an kinderlosen Frauen und Paaren liegt, sondern vor allem ein Mangel an kinderreichen Familien (ab dem 3. Kind) bedeutet.

Der nachgewiesene Zusammenhang zwischen sozioökonomischen Verhältnissen und psychischer Gesundheit legt nahe, dass finanzielle Sicherheit auch Gesundheitsförderung, als Primärprävention psychischer Erkrankungen, ist und langfristig Kosten im Gesundheitssystem einspart.

In Deutschland reden alle über gestiegene Lebenshaltungskosten, aber kaum jemand nimmt wahr, dass finanzielle Entlastungen insbesondere bei Familien eine gute Investition in die Zukunft bedeuten.

„Deshalb fordert der bkj am internationalen Tag der Geschwister, die Ressourcen in Mehrkindfamilien durch eine unbürokratische  Kindergrundsicherung zu stärken, die das Existenzminimum abbildet.“ betont Dr. Inés Brock-Harder, Vorsitzende des bkj und Geschwisterexpertin.

Für Rückfragen:

Dr. Inés Brock-Harder                                                     Stephan Osten, M.Sc.Psych.
brock-harder@bkj-ev.de                                                  osten@bkj-ev.de